Interviews
INTERVIEW
BMX Oldschool Race
e. Ein BMX-Rennen mit Klassen für Kids und einem Oldschool-Race für die Grauhaarigen. Und ich kann es vorwegnehmen, es war eine rundum gelungene Veranstaltung! Bei BMX-Race denkt man ja schnell an feste Regelwerke und eine - für Extremsport eher untypische unlockere - Atmosphäre. In Zeven sollte es anders werden. Freundlicherweise hat der BDR (Bund Deutscher Radfahrer), unter dem „BMX-Race“ in Deutschland or
ganisiert ist, das Rennen als „Werbeveranstaltung“ toleriert. Somit drohten den eingeschriebenen Lizenzfahrer für zukünftige BDR-Rennen keine Sperren. So waren alle froh und das Wetter spielte auch mit. Der BMX Bunch sorgte für beste Organisation, gutes Essen, Getränke und „Rock and Roll“ aus den Lautsprechern und als Veranstaltungsdevise. Das soll heißen, dass die BMX-Bahn außerhalb der Rennen ständig für Sessions offen war, es keine lästigen Fahrradkontrollen gab und Tricksprünge in den Rennen erlaubt waren. Gerade die offene Strecke hat doch für tolle Stimmung und uneingeschränkte Fahrfreude gesorgt. In den Rennen selbst ging es dann auch ordentlich zur Sache. Die Kids
fighteten in ihren Klassen um den Sieg und es wurde tolle Action geboten. Das Oldschool-Race bot dann ein sehr witziges Bild: gestandene Männer zwängten sich in ihre Trikots aus den 80ern und fuhren auf viel zu kleinen, verchromten Bikes um die Wette. Natürlich ging es in erster Linie um das gesellige Beisammensein, die ein oder anderen Anekdoten von früher und vor allem um den Spaß an der Freude. Letzteres hatten alle, ob jung oder alt. Danke schön für diese erfrischende Auslegung von Race! Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!
Sören Jacobs
Mike S.
Stell dich doch mal bitte kurz vor (Name, Alter, Herkunft)!
Hallo, mein Name ist Michael Steingraeber, auch als Mike S. bekannt, ich komme aus Bad Bramstedt in Schlesswig Holstein, wohne jetzt in Köln und bin 38 Jahre alt.
Wie schaffst du es mit knapp 39 Jahren immer noch Top-Leistungen auf die Fläche zu zaubern und dich bei internationalen Wettbewerben vorne zu platzieren?
Beim BMX Flatland fahren kommt es zwar sehr auf Balance und schnelle Reaktion an, was "im Alter" bestimmt nicht besser wird, aber Erfahrung und das über die Jahre antrainierte Können helfen, das zu überspielen. Und wenn man sich körperlich fit hält, kann man auch noch BMX fahren.
Ich fahre ja nicht mehr so viele Contests wie früher, aber wenn es mal wieder irgendwo ganz gut klappt, dann freue ich mich um so mehr.
Warum fährst du schon seit etlichen Jahren BMX-Flatland? Was ist für dich das Besondere am dem Sport?
Was genau mich 1983 dazu getrieben hat, mit BMX anzufangen, weiß ich auch nicht so genau, aber ich weiß, daß ich nicht damit aufhören kann. Das schöne ist, daß man sich mit neuen Tricks immer wieder neue Ziele setzen kann. Wenn man denen dann langsam näher kommt und sie irgendwann endlich schafft, dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl, das irgendwie süchtig macht!
Verdienst du mit dem BMX-Fahren deinen Lebensunterhalt? Womit genau? Was hast du noch für Jobs?
Ich hatte in den letzten Jahren sehr viel Glück: ich habe einige Sponsoren gehabt, die mich nicht nur mit Material, sondern auch finanziell
unterstützt haben. Die haben mir auch Flüge zu großen Contests, z.B. die X-Games in den USA bezahlt, wo ich neben zwei Silbermedailen auch etwas Preisgeld verdienen konnte. Ansonsten fahre ich Shows, wenn ich gebucht werde. Wenn das Geld mal wieder zu knapp wird, dann arbeite ich auch schon mal irgendeinen Job, und ich habe auch zeitweilig als Fahrrad Mechaniker gearbeitet. Ich habe im Prinzip alles gemacht, um meine Freiheit zu bewahren uns möglichst viel radzufahren!
Wie ist aus deiner Sicht der Stellenwert von Flatland in der übrigen BMX-Welt?
Flatlan
d an sich ist glaube ich in der gesammten BMX Scene sehr angesehen, weil die meisten Leute wissen, wie schwierig es ist. Leider gibt es aber unter den Flatlandern einige sehr komische Leute, die Flatland als ganzes nicht unbedingt gut aussehen lassen. Ich frage mich manchmal, ob Flatland solche Leute anzieht, oder ob Flatland die Leute erst komisch gemacht hat.
(Was die Vermarktung angeht, hat Flatland eine etwas schwierige Position: die größten Contests bekommen Budget, weul sie im TV übertragen werden, und die haben es bisher nicht geschafft Flatland so darzustellen, daß der durchschnittliche Zuschauer nicht schnell umschaltet, wenn Flatland gesendet wird. Und deshalb gibt es Flatland bei diesen großen Wettbewerben nicht mehr, und deshalb gibt es weniger Möglichkeiten, bei Contests gutes Geld zu verdienen und Flatland ist in so einer Niesche.)
Wozu willst du generell noch eine Message loswerden?
"Stop hating!"
Und zum Schluß noch ein paar Fakten:
Der beste Rat, den du je bekomme hast?
Vielleicht: "You are free!" Das hat mein Vater manchmal gesagt, und mit der Zeit macht das immer mehr Sinn. Im Prinzip können fast alle von uns machen, was wir wollen. Man darf nur nicht vergessen, daß ALLES seinen Preis hat!
Stadt-oder Landleben?
Ich mag die Natur, aber ich kann im Moment nur in der Stadt leben!
Deine alternative Sportart?
Ich interessiere mich für Sport generell! Ich halte mich neben dem BMX fahren mit ein paar Kräftigungsübungen fit, was sich sehr bezahlt macht.
Besten Dank für Deine Offenheit, Direktheit und Ehrlichkeit!
Das Infaction-Team wünscht Dir alles gute für Deine weitere Profi Karriere!
Stell dich doch mal bitte kurz vor (Name, Alter, Herkunft)!
Ich heiße Markus Wilke, bin 35 Jahre alt und komme aus Soltau, einer Kleinstadt zwischen Hamburg und Hannover in der Lüneburger .
Du bist der einzige deutsche BMXer, der als Profi in den USA seinen Lebensunterhalt verdient hat. Wie und wo hast du dort gelebt?
Foto: xmx freedombmx
Ich habe drei Jahre lang in Long Beach, Kalifornien gelebt. Ich bin damals für Mosh Bikes und Vans gefahren und hatte dort eine BMX-WG mit meinem Teamkollegen Mike Ardelean, der heute Lavar macht. Wir hatten ein Apartment direkt am Strand mit einer Palme vor dem Fenster. War eine schöne Zeit.
ie ist dein aktuelles Verhältnis zum aktivem Sport?
Ich habe eine kleine Schaffenspause eingelegt und bin zwei Jahre lang fast gar nicht gefahren. Ich war einfach ein
wenig ausgebrannt, was nach 20 Jahren Vollgas vielleicht auch der ein oder andere nachvollziehen kann. Mittlerweile bin ich aber wieder viel am fahren und habe daran wieder eine Menge Spaß.
Foto: xmx freedombmx
Ich verdiene auch heute noch fast ausschließlich mit BMX meinen Lebensunterhalt, allerdings nicht mehr als aktiver Fahrer, sondern „hinter den Kulissen“. Ich arbeite als Teammanager für AllRide BMX Distribution, betreue die 360 Grad Sportshop Webseite und produziere als freier Filmer BMX-Videos, hauptsächlich für freedombmx.de und soulbmx.tv.
Gibt es irgendetwas, was du an BMX (Szene, Tricks,…) verändern würdest, wenn du könntest?
Nein, mir gefällt die Szene so wie sie ist, deshalb bin ich ja auch seit 1989 ununterbrochen dabei. Klar, es gibt manchmal Trends, über die ich ein wenig schmunzeln muss, aber wie schon Axel Reichertz gesagt: Solche Typen wie dich, habe ich kommen und gehen gesehen.
Schock deine Homies! Lies ein Buch!

Foto: Sas Kaykha
Und zum Schluss noch ein paar Fakten:
Gudde Laune.
Street ist meine große Leidenschaft, aber eine gemütliche Rampe fahre auch gerne einmal.
Ich bin eher der Beach Boy. Wobei wir vor ein paar Jahren mit Infaction Shows in Garmisch-Partenkirchen gefahren sind und das war auch sehr schön.
Foto: xmx freedombmx
Vielen Dank für Deine ehrlichen und offene Worte !
Infaction wünscht Dir alles beste für Deine weiteren Wege !
Interview mit Paddy Gross:
Stell dich doch mal bitte kurz vor (Name, Alter, Herkunft)!
Du bist ja auf dem Cover vom BMX-Book. Gab es darauf interessante Reaktionen?
Warum fährst du schon seit etlichen Jahren BMX? Was ist für dich das Besondere am dem Sport?
Verdienst du mit dem BMX-Fahren deinen Lebensunterhalt?
Womit genau? Was hast du noch für Jobs?
In Deutschland kann man von BMX nicht so leben, wie z. b. in den USA, wo der Sport sehr Medienpräsent ist und nicht (mehr) als Randsportart gilt. Ich habe Sponsoren und ich spare dadurch viel Geld, das ich ansonsten für Schuhe, Kleidung und Fahrradteile ausgeben müsste. Ich bin dankbar für das, was ich habe und dafür, wie weit ich mit BMX kommen durfte. So etwas wie Sponsoren war früher nicht mal ein Gedanke und wenn, dann war es eine Traumvorstellung. Als BMX-Fahrer in Deutschland Geld zu verdienen, ist eine Art Traumvorstellung und leben kann man davon nicht, eher überleben. Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung und arbeite derzeit in Hamburg als Verkäufer in einem großen Erotikunternehmen. Vielleicht untypisch aber ich bin jemand, der gern viel arbeitet, um dann anschließend - wenn ich genug gespart habe - zu reisen. Dabei spielt auch die Art der Arbeit keine Rolle, denn es geht mir darum, nicht Zuhause zu sitzen und zu träumen, sondern zu versuchen, meine Träume zu verwirklichen.
Was stört dich dich an der BMX-Szene und wie würdest du es gerne ändern?
Wozu willst du generell noch eine Message loswerden?
Bleibt so, wie Ihr seid. Lasst euch von Trends, Styles, Menschen und Medien nicht verändern. Nur wer sein Ding macht ist ein Original. Es ist in unserer schnellen Welt nicht mehr so einfach, Einzigartig in seiner Kreativität zu sein und es erscheint einfacher, das zu machen, was alle machen. Aber das macht Alles langweiliger, weil man Alles schon irgendwoher kennt.
Wichtig ist es auch erstmal die Basics zu lernen, wodurch nachfolgende schwerere Tricks einfacher werden. Auch wenn alle Materialen leichter werden, so werden die meisten Tricks nicht einfacher. Die leichtesten Teile gibt es bei jedem Mailorder aber was es dort nicht gibt, ist Kraft, Ausdauer, Mut, Kontrolle und Hingabe. Das gibt’s alles nur in euch selbst und ihr könnt es in euch finden und ausleben. Wie war das noch gleich als wir etwas kleiner waren?!
Erst krabbeln, dann laufen J!
Und zum Schluß noch ein paar Fakten:
Song welchen du als letztes gehört hast?
Vielen Dank für das Interview!
Infaction wünscht dir ein erfolg- und erlebnisreiches Jahr !








